Quantum-Tech-Digest: US-Handelsministerium sichert sich 300-Millionen-Dollar-Beteiligungen an D-Wave, Rigetti und Quantinuum, IQM plant Europas ersten Quantencomputer mit Logical Qubits

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

US-Handelsministerium übernimmt 300-Millionen-Dollar-Kapitalbeteiligungen an D-Wave, Rigetti und Quantinuum

Das US-Handelsministerium (U.S. Department of Commerce) hat mit D-Wave, Rigetti Computing und Quantinuum verbindliche Vereinbarungen abgeschlossen: Jedes der drei börsennotierten Unternehmen erhält bis zu 100 Millionen Dollar Forschungsförderung im Rahmen des CHIPS and Science Act (Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors and Science Act) – ein Gesamtpaket von 300 Millionen Dollar, für das die US-Regierung im Gegenzug Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an allen drei Unternehmen erhält. Die innerhalb weniger Tage Anfang September finalisierten Förderungen adressieren jeweils unterschiedliche Hardware-Herausforderungen: D-Waves Mittel fließen sowohl in supraleitende Annealing- als auch Gate-Modell-Systeme, mit dem Ziel eines 100.000-Qubit-Annealers sowie eines Gate-Modell-Prozessors mit 10.000 physischen Qubits; Rigettis Förderung unterstützt Ausleseelektronik, Kryostat-Kapazität und die Fertigung hochvernetzter Chips; Quantinuums Mittel treiben die Fertigungs-Roadmap für Trapped-Ion-Systeme (Ionenfallen-Systeme) voran. Die drei Deals sind Teil eines umfassenderen 2-Milliarden-Dollar-Engagements des Handelsministeriums gegenüber neun Quantenunternehmen, das im Mai 2026 in Form von Absichtserklärungen angekündigt wurde.

Quelle: NIST / US-Handelsministerium

IQM plant stufenweisen Weg zu Europas erstem supraleitenden Quantencomputer mit Logical Qubits

Finnlands LUMI AI Factory hat IQM Quantum Computers ausgewählt, um LUMI-IQ zu bauen – ein stufenweises Upgrade-Programm hin zu dem, was die Partner als Europas ersten supraleitenden Quantencomputer mit Logical Qubits (logischen, fehlerkorrigierten Qubits) bezeichnen. Das System wird im neuen Rechenzentrum von CSC – IT Center for Science in Kajaani, Finnland, untergebracht und in drei Phasen ausgeliefert: ein System mit 150 physischen Qubits (IQM Halocene H4) im Jahr 2027, ein Upgrade für Echtzeit-Fehlerkorrektur im Jahr 2028 und ein finales System mit bis zu neun Logical Qubits bis 2029. LUMI-IQ wird gemeinsam von der EuroHPC Joint Undertaking (European High-Performance Computing Joint Undertaking) und den beteiligten Ländern – Finnland, Tschechien, Norwegen und Polen – finanziert und in die bestehende KI- und High-Performance-Computing-Infrastruktur von LUMI integriert.

Quelle: IQM Quantum Computers

Quantum Motion schließt zweite Tranche der 160-Millionen-Dollar-Series-C-Runde für Silizium-Qubits ab

Das Londoner Unternehmen Quantum Motion hat die zweite Tranche seiner 160-Millionen-Dollar-Series-C-Runde abgeschlossen, mit neuen Investoren wie imec.ventures und Lansdowne Partners neben bestehenden und weiteren neuen Geldgebern. Das Startup baut Quantencomputer auf Basis von Silizium-Transistoren, ähnlich denen in klassischen Chips – ein Ansatz, der nach Unternehmensangaben die Kosten um etwa das 100-fache und den Energieverbrauch um etwa das 1.000-fache gegenüber anderen Qubit-Technologien senken kann. Quantum Motion will das Kapital nutzen, um Systeme zu kommerzialisieren, die innerhalb bestehender Rechenzentrumsinfrastruktur laufen können – aufbauend auf dem 2025 erfolgten Einsatz eines vollständigen Silizium-CMOS-Quantencomputers am britischen National Quantum Computing Centre (NQCC) und dem Aufstieg in Stage B der Quantum Benchmarking Initiative der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency).

Quelle: Quantum Motion

Pasqal und True Nexus kodieren Proteinstrukturen der Gelbildung auf Neutralatom-Qubits

Das französische Neutralatom-Unternehmen Pasqal und das saudi-arabische Deep-Tech-Unternehmen True Nexus haben Proteinstrukturen, die mit Gelation zusammenhängen – dem Prozess, bei dem Flüssigkeiten zu Gelen werden und Lebensmitteln ihre Textur verleihen – auf Pasqals Neutralatom-Quantenprozessoren kodiert, ein Meilenstein in ihrer laufenden Zusammenarbeit im Bereich Proteindesign. Die Unternehmen kombinieren True Nexus‘ KI-gestützte Proteinintelligenz mit Pasqals Hardware, die Neutralatome mit Hilfe laserbasierter optischer Pinzetten (optical tweezers) positioniert, um zu untersuchen, wie die Proteinstruktur das Gelationsverhalten bestimmt. Die Arbeit zielt auf einen Proteinmarkt, den Bloomberg Intelligence bis 2030 auf nahezu 1 Billion Dollar schätzt – mit pflanzenbasierten, halal-zertifizierten und regional erzeugten Proteinquellen, für die es bislang kaum geeignete Design-Werkzeuge gibt.

Quelle: Pasqal Newsroom

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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