Quantum-Tech-Digest: Diraq eröffnet erstes US-Quantenlabor in Chicago, IonQ steigt in Kanadas Quanten-Sandbox ein

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

Diraq eröffnet erstes US-Quantenlabor in Chicago

Diraq, ein australisches Unternehmen, das Quantenprozessoren auf Basis von Silizium-Spin-Qubits entwickelt, hat sein erstes US-Labor in Chicago eröffnet und ist damit dem On-Ramp-Programm des Illinois Quantum and Microelectronics Park (IQMP) bei mHUB beigetreten. Der Standort in Chicago verschafft dem Diraq-Team Zugang zu dedizierter Kryo- und Messinfrastruktur – darunter zwei Quantenkühlaggregate –, um die CMOS-kompatible Siliziumtechnologie zu testen und zu charakterisieren, auf der die Roadmap des Unternehmens zu einem sogenannten Utility-Scale-Quantencomputer aufbaut. Entwicklungsarbeiten, darunter Qubit-Messungen und Tests der Kryo-CMOS-Elektronik, laufen bereits, und Diraq plant, sein Chicago-Team im kommenden Jahr weiter auszubauen, während das Unternehmen auf ein kommerziell nutzbares System mit vielen Tausend physischen Qubits bis 2029 hinarbeitet.

Quelle: Diraq Newsdesk

IonQ steigt über CMC-Microsystems-Kooperation in Kanadas FABrIC-Quanten-Sandbox ein

IonQ hat nach eigenen Angaben ein Memorandum of Understanding mit CMC Microsystems – offiziell die Canadian Microelectronics Corporation – unterzeichnet, das IonQ als gelisteten Cloud-Anbieter für Kanadas FABrIC Quantum Computing Sandbox ausweist. Die Sandbox wird über den Strategic Response Fund der kanadischen Regierung im Rahmen von CMC Microsystems‘ umfassenderer, mit 217 Millionen US-Dollar ausgestatteter FABrIC-Initiative finanziert und verschafft kanadischen Hochschulen sowie kleinen und mittleren Unternehmen Cloud-Zugang zu IonQs kommerziellen Ionenfallen-Systemen (Trapped-Ion-Systemen) samt technischer Unterstützung. Das MoU ist unverbindlich und verpflichtet keine der Parteien zu einer endgültigen Vereinbarung, reiht IonQ aber in eine wachsende Liste von Quantenanbietern ein, die ihre Präsenz in Kanadas Halbleiter- und Quantenökosystem ausbauen.

Quelle: IonQ Newsroom

Physiker der Aalto-Universität bauen die erste supraleitende Quanten-Wärmekraftmaschine

Physiker der Aalto-Universität in Finnland haben unter der Leitung von Academy Professor Mikko Möttönen nach eigenen Angaben die erste zyklische Quanten-Wärmekraftmaschine (Quantum Heat Engine) in einem supraleitenden Schaltkreis gebaut – ein winziges Bauteil aus einem Transmon-Qubit, einem Resonator und einem Quantenschaltkreis-Kühler, das eine verkleinerte Version des Otto-Zyklus durchläuft, wie er auch in klassischen Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommt. Nahe dem absoluten Nullpunkt in einem Kryostaten betrieben, zeigte das Team, dass sich die selbst bei diesen Temperaturen noch vorhandene Restwärme in messbare positive Arbeit umwandeln lässt – mithilfe eines einzigen steuerbaren Quantenkühlers, der sowohl als heiße als auch als kalte Quelle dient, statt der getrennten Reservoire, die eine klassische Wärmekraftmaschine benötigt. Die in Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse, erzielt mit der Forschungsinfrastruktur OtaNano und finanziert vom Research Council of Finland sowie der Finnish Cultural Foundation, weisen den Weg zu künftigen autonomen Wärmekraftmaschinen auf dem Chip, die die Zahl teurer, störanfälliger Mikrowellenkabel in großskaligen Quantencomputern reduzieren könnten.

Quelle: Aalto-Universität

IQM Quantum Computers legt erste Zahlen als börsennotiertes Unternehmen vor, Auftragsbestand übersteigt 102 Millionen Euro

IQM Quantum Computers hat seine ersten Finanzergebnisse seit dem Börsengang vorgelegt: 8,9 Millionen Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2026 – ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr – bei einem operativen Verlust von 60,5 Millionen Euro und einem Kassenbestand von 309,4 Millionen Euro. Der finnische Hardware-Hersteller teilte mit, der Auftragsbestand sei bis Anfang August auf über 102 Millionen Euro gestiegen, gegenüber 69,1 Millionen Euro Ende Juni, und bestätigte die Jahresprognose von 42 bis 47 Millionen Euro Umsatz. IQM hob hervor, bislang 26 Quantensysteme verkauft und 17 weltweit ausgeliefert zu haben, darunter die erste US-Lieferung an das Oak Ridge National Laboratory.

Quelle: IQM Investor Relations

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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