Quantum-Tech-Digest: ESA installiert ersten Quantencomputer für Erdbeobachtung, Oratomic sammelt 300 Millionen Dollar für fehlertolerantes Design

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute deine Aufmerksamkeit verdienen – zusammengestellt von unserem Redaktionsteam.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

ESA installiert ihren ersten Quantencomputer für die Erdbeobachtung

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat ihren ersten Quantencomputer installiert: Das System „Bell-1“, ein 6-Qubit-Computer auf Siliziumspin-Basis, steht jetzt im Erdbeobachtungszentrum der Agentur in Frascati, Italien. Gebaut wurde die Maschine vom Quantentechnologie-Unternehmen Equal1; sie läuft im ESA Φ-lab parallel zur Hochleistungsrechen-Infrastruktur (High-Performance Computing) der Agentur und soll Forschenden erlauben, hybride Quanten-klassische Algorithmen für Aufgaben wie Satellitendatenverarbeitung, Landklassifikation und Klimamodellierung zu erproben. Equal1-CTO Brendan Barry sagte, das Ziel sei ein „Blueprint dafür, wie Quanten- und klassische Systeme gemeinsam große wissenschaftliche Herausforderungen angehen können“.

Quelle: European Space Agency

Oratomic sichert sich 300 Millionen Dollar für fehlertolerantes Design mit deutlich weniger Qubits

Das in Pasadena ansässige Startup Oratomic, das erst in diesem Jahr von Physikern des Caltech gegründet wurde, hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 300 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von ARCH Venture Partners, Spark Capital und Khosla Ventures, mit zusätzlicher Beteiligung von Bezos Expeditions und Index Ventures. Oratomic nutzt laserbasierte optische Pinzetten (Optical Tweezers), um einzelne neutrale Atome zu fixieren, und erklärt, ein jüngster Durchbruch bei der Fehlerkorrektur bedeute, dass eine nutzbare, fehlertolerante Maschine nur noch 10.000 bis 20.000 physische Qubits benötigen könnte – deutlich weniger als bisher angenommen. CEO Dolev Bluvstein sagte, das Unternehmen wolle die Zwischenstufe verrauschter Systeme mittlerer Größe (Noisy Intermediate-Scale Quantum, NISQ) komplett überspringen und bis Ende des Jahrzehnts einen nutzungsreifen Computer bauen.

Quelle: TechCrunch

Rice University tritt dem Quantenforschungszentrum des US-Energieministeriums bei

Die Rice University ist dem Quantum Science Center (QSC) des US-Energieministeriums (Department of Energy, DOE) beigetreten, einem landesweiten Forschungsverbund mit Sitz am Oak Ridge National Laboratory (ORNL), der bis 2028 einen fehlertoleranten Quantencomputer entwickeln will. Der Informatik-Assistenzprofessor Tirthak Patel leitet den Beitrag der Universität: Sein Team erhält rund 900.000 Dollar über fünf Jahre, um Dekodier-Algorithmen zu entwickeln, die Fehlersignale aus Quantenberechnungen extrahieren und korrigieren – ausgeführt auf klassischer Hochleistungsrechentechnik. Das Quantum Science Center bündelt nationale Forschungseinrichtungen, Universitäten und Industriepartner wie IBM, AMD, IQM, Quantinuum und Riverlane.

Quelle: Rice University

Galaxy Digital investiert 5 Millionen Dollar in die Quantensicherheit von Bitcoin

Der Digital-Asset-Anbieter Galaxy Digital hat eine „Bitcoin Quantum Readiness Initiative“ gestartet und stellt bis zu 5 Millionen Dollar bereit, um die Kryptografie von Bitcoin gegen künftige Quantenangriffe abzusichern. Das Programm finanziert Entwickler-Stipendien für post-quantensichere Signaturverfahren und Migrationswerkzeuge für Wallets, ein Forschungs- und Publikationsprogramm sowie einen Quantum Advisory Council aus akademischen und kryptografischen Fachleuten. Die Sicherheit von Bitcoin beruht heute auf elliptischer-Kurven-Kryptografie, die ein hinreichend leistungsfähiger Quantencomputer mithilfe des Shor-Algorithmus theoretisch brechen könnte – ein solches Gerät existiert bisher jedoch nicht.

Quelle: CoinDesk

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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