Quantum-Tech-Digest: IonQ liefert ersten Quantenprozessor an NVIDIAs Forschungszentrum, Microsoft eröffnet Quantenzentrum in Maryland

Fünf Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

Illustratives KI-generiertes Bild
Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

IonQ installiert ersten Quantenprozessor im NVIDIA Accelerated Quantum Research Center

IonQ hat angekündigt, dass sein Ionenfallen-System Superion 256 der erste vor Ort installierte Quantencomputer im NVAQC (NVIDIA Accelerated Quantum Research Center) von NVIDIA in Boston wird. Die Maschine wird über die NVQLink-Schnittstelle direkt mit einem NVIDIA GB200 NVL72-System verbunden; hybride Workloads orchestriert die offene Plattform CUDA-Q. Das gemeinsame Forschungsprogramm zielt auf Quantum-GPU-Co-Design (gemeinsame Auslegung von Quanten- und GPU-Hardware) und hybride Software, mit Anwendungen in Portfolio-Optimierung, Materialwissenschaft und Wirkstoffchemie – die Ergebnisse sollen offen publiziert werden. Die Installation ist für 2027 geplant; im selben Jahr erwartet IonQ auch die ersten Kundenauslieferungen des Superion 256, dessen Skalierung das Unternehmen über die vertikale Integration seiner CMOS-Foundry SkyWater Technology vorantreiben will.

Quelle: IonQ

Microsoft eröffnet Quantenforschungszentrum in Maryland – DARPA erhält Majorana-2-System zum Testen

Microsoft Quantum hat im Discovery District in College Park ein rund 1.400 Quadratmeter (15.000 Quadratfuß) großes Forschungszentrum eröffnet, aufgebaut gemeinsam mit der University of Maryland und der Capital of Quantum Initiative des Bundesstaats. Dort erhält die DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, im Rahmen ihrer Quantum Benchmarking Initiative vollen Zugriff auf ein topologisches System auf Basis von Microsofts Majorana-2-Chip, um es unabhängig zu prüfen. Zum Zentrum gehört außerdem ein praxisorientierter Hardware-Makerspace mit den ersten Partnern AMD, Bluefors, Intel, IQM, Fermilab (Fermi National Accelerator Laboratory), Riverlane und Quantum Motion; zudem finanziert Microsoft neue Postdoc-Stellen an der UMD. Die unabhängige Prüfung ist bedeutsam, weil Microsofts Aussagen zu topologischen Qubits in Teilen der Fachwelt kritisch gesehen werden.

Quelle: Microsoft Quantum

US-Energieministerium legt Fahrplan zum fehlerkorrigierten Quantencomputer bis 2028 vor

Das Office of Science des US-Energieministeriums (DOE, Department of Energy) hat den Bericht des Quantum Subcommittee seines Beratungsgremiums SCAC (Office of Science Advisory Committee) veröffentlicht. Den Vorsitz hatte Fermilab-CTO Anna Grassellino, stellvertretender Vorsitzender war Supratik Guha von der Pritzker School of Molecular Engineering der University of Chicago. Der Fahrplan plädiert dafür, Fortschritt am wissenschaftlichen Nutzen statt an Hardware-Kennzahlen zu messen, und peilt bis 2028 einen wissenschaftlich relevanten, fehlerkorrigierten Quantencomputer an. Vorgesehen sind drei Phasen im Einklang mit der nationalen Quantum Genesis Initiative: wettbewerbliche Quantum Grand Challenges mit Laboren, Universitäten und Industrie (2026–2028), eine eigene DOE Quantum Computing User Facility sowie ab 2030 die vollständige Integration von Quantensystemen in die KI- und HPC-Infrastruktur (Hochleistungsrechnen) des DOE. Der Bericht bleibt ausdrücklich technologieneutral – von supraleitenden über Neutralatom- und Ionenfallen- bis zu photonischen und Spin-Qubits.

Quelle: U.S. Department of Energy Office of Science

Duke-Team simuliert Teilchen, die „aus dem Nichts“ entstehen – auf einem Ionenfallen-Quantensimulator

Forschende unter Leitung des Duke Quantum Center haben auf einer Kette aus 13 gefangenen Ionen String Breaking (Saitenbruch) beobachtet – den Prozess, bei dem die Energie einer gedehnten Bindung zwischen geladenen Teilchen neue Teilchen-Antiteilchen-Paare erzeugt. Die Arbeit erschien in Nature Physics. Zur internationalen Kollaboration gehörten die UMD, die University of Oxford, das Caltech (California Institute of Technology), die Cornell University und die KU Leuven. In dieser Größenordnung wurden die Ergebnisse noch klassisch gegengeprüft; größere Varianten dürften laut Team aber bald jenseits klassischer Rechner liegen. Zusammen mit ähnlichen Experimenten von Google Quantum AI und QuEra Computing auf supraleitender bzw. Neutralatom-Hardware entsteht so ein seltener plattformübergreifender Vergleich.

Quelle: Duke Pratt School of Engineering

Schweizer Startup Qambria sammelt 2 Millionen Franken, um Quantenprozessoren in HPC-Knoten einzubinden

Das 2025 im thurgauischen Steckborn gegründete Qambria hat eine Pre-Seed-Runde über 2 Millionen Franken (rund 2,4 Millionen US-Dollar) abgeschlossen. Angeführt wurde sie vom Frontier Investment Track von Syntropy, beteiligt waren Qbeat Ventures, Kensho VC, BC Growth Equity und QAI Ventures; hinzu kommt ein Zuschuss von 850.000 Franken der Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung). Qambria entwickelt eine hersteller- und modalitätsneutrale klassische Steuerungsschicht, die Scheduling, Echtzeit-Datenversorgung und Fehlerkorrektur-Decoding übernimmt, sodass ein Quantenprozessor als nativer Beschleuniger in einem Standard-HPC-Knoten arbeiten kann. Statt Hardware zu bauen, will das Startup seine Technologie lizenzieren. Gründer Dominik Ulmer war zuvor bei HPE und Cray tätig und leitete das CSCS (Swiss National Supercomputing Centre / Nationales Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz).

Quelle: Startupticker.ch

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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