Quantum-Tech-Digest: IonQ gewinnt vier Best-Paper-Awards bei der IEEE Quantum Week, Quantum Motion erweitert Series-C-Runde

Fünf Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

IonQ gewinnt vier Best-Paper-Awards bei der IEEE Quantum Week 2026

IonQ, ein an der New Yorker Börse notiertes Unternehmen für Ionenfallen-Quantencomputer (trapped-ion quantum computing), hat vor der IEEE Quantum Week 2026 (auch QCE26 genannt) vier Best-Paper-Awards gewonnen. Die Konferenz wird vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) veranstaltet und fand vom 13. bis 18. September in Toronto statt. Aus 857 weltweiten Einreichungen wurden die vier Gewinner-Paper ausgewählt – entstanden in Zusammenarbeit mit Partnern wie QuantumBasel, NVIDIA, Synopsys, Oak Ridge National Laboratory und Kipu Quantum – und behandeln Themen wie Protein-Faltung, groß angelegte lineare-Algebra-Workflows, das Fine-Tuning von Foundation-Modellen mittels Quantencomputing sowie KI-unterstützte verteilte Quantenoptimierung. Insgesamt präsentierte IonQ neun peer-reviewte Paper, darunter eine Zusammenarbeit mit Kipu Quantum, bei der Protein-Faltungs-Optimierung auf 61-Qubit-Instanzen auf IonQs eigener Hardware skaliert wurde.

Quelle: IonQ Investor Relations

Quantum Motion erweitert Series-C-Runde zur Skalierung von Silizium-Quantenhardware

Das britische Unternehmen Quantum Motion hat einen zweiten Abschnitt seiner Series-C-Finanzierungsrunde abgeschlossen, um die Entwicklung seiner siliziumbasierten Quantenprozessoren zu beschleunigen. Angeführt wurde die Runde von DCVC und Kembara, mit neuer Beteiligung von Imec.ventures, Lansdowne Partners, Sony Innovation Fund, S3 Ventures und Inkef Capital. Das Kapital soll in die gemeinsame Chip-Entwicklung, Fertigungspartnerschaften in der Halbleiterbranche sowie die internationale Expansion fließen, darunter ein neues Labor in Maryland. Quantum Motions Ansatz setzt auf konventionelle Halbleiterfertigungstechniken, um große Mengen an Qubits auf Siliziumchips herzustellen.

Quelle: Quantum Motion

Harvard-Forscher verdreifachen Kohärenzzeit von Qubits mit Schallwellen

Physiker der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences (SEAS) haben gezeigt, dass sich die Kohärenzzeit eines diamantbasierten Qubits durch kontinuierliches „Baden“ in mikroskopischen Schallwellen, sogenannten Phononen, etwa verdreifachen lässt. Das Team unter der Leitung von Eliza Cornell – inzwischen Postdoktorandin an der Boston University – und Zhujing Xu, im Labor von Professor Marko Lončar, nennt die Technik „all-mechanical coherence protection“ (rein mechanischer Kohärenzschutz): Anstelle von Mikrowellenpulsen wird der Silicon-Vacancy-Spin (Silizium-Fehlstellen-Spin) des Qubits kontinuierlich von Phononen angetrieben, was zugleich eine schnelle Steuerungsrate von 800 Megahertz ermöglichte. Das im Fachjournal Nature Physics veröffentlichte Ergebnis weist den Weg zu kompakten, schallbasierten Quantennetzwerken, die künftig direkt auf Halbleiterchips aufgebaut werden könnten.

Quelle: Harvard SEAS

Neuer Benchmark stellt Quantinuum, Google und IBM auf die Probe

Forscher der Sandia National Laboratories haben zusammen mit Partnern wie Quantinuum einen neuen plattformübergreifenden Benchmark namens QUOPS (Quantum Universal Operation Performance System) vorgestellt. Er misst sowohl die Größe der größten rechnerisch relevanten Schaltkreise (computationally relevant circuits), die ein Quantencomputer ausführen kann, als auch die Geschwindigkeit, mit der er dies tut. Das Team wendete den Benchmark experimentell auf führende Prozessoren von Quantinuum, Google Quantum AI und IBM Quantum an und ermöglichte damit erstmals einen direkten Vergleich der Rechenleistung über grundlegend unterschiedliche Hardware-Plattformen hinweg. Die Ergebnisse sollen der Branche eine belastbarere Methode geben, um Fortschritte in Richtung „Quantum Utility“ jenseits reiner Qubit-Zahlen zu verfolgen.

Quelle: arXiv

Oracle liefert Java 27 mit integrierter Post-Quanten-Kryptografie für TLS 1.3

Oracle hat Java 27 veröffentlicht, die neueste Version seiner weitverbreiteten Programmierplattform, mit nativer Unterstützung für einen hybriden Post-Quanten-Schlüsselaustausch (post-quantum hybrid key exchange) in TLS-1.3-Verbindungen. Die neue Funktion, spezifiziert unter JEP 527, kombiniert klassische Schlüsselaustausch-Algorithmen mit quantenresistenten Schlüsselkapselungsmechanismen direkt in den javax.net.ssl-APIs, sodass Anwendungen ohne Codeänderungen Schutz vor „Harvest now, decrypt later“-Angriffen erhalten. Der Schritt spiegelt den wachsenden Druck in der Softwarebranche wider, die Internet-Infrastruktur auf eine Zukunft vorzubereiten, in der leistungsfähige Quantencomputer die heutige Public-Key-Kryptografie brechen könnten.

Quelle: Oracle

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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