Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute deine Aufmerksamkeit verdienen – zusammengestellt von unserem Redaktionsteam.
D-Wave zeigt Hardware-Durchbruch für fehlertolerantes Gate-Modell-Quantencomputing
D-Wave Quantum hat in der begutachteten Fachzeitschrift Nature ein schnelles, hochpräzises Zwei-Qubit-Verschränkungsgatter für seine supraleitende Dual-Rail-Qubit-Architektur vorgestellt – nach Angaben des Unternehmens ein Ergebnis, das eine der größten verbleibenden Hürden auf dem Weg zu praktischem, fehlertolerantem Gate-Modell-Quantencomputing beseitigt. Das Gatter erreichte eine Genauigkeit (Fidelity) von rund 99,9 Prozent bei Gatterzeiten von etwa 500 Nanosekunden und bewahrte dabei die native hardwareseitige Fehlererkennung; D-Waves Simulationen deuten darauf hin, dass die Architektur die logische Fehlerrate mit jeder zusätzlichen Stufe der Fehlerkorrektur um den Faktor 10 senken könnte – was die Zahl der für die Skalierung benötigten physischen Qubits deutlich reduziert. Die Ergebnisse fließen direkt in D-Waves Gate-Modell-Roadmap ein, die bis 2032 ein System mit 100 logischen Qubits und einer Million Operationen anstrebt.
Quelle: Nature
NIST überträgt verschränkte Photonen über 62 km reale Luft-Glasfaser
Forschende des National Institute of Standards and Technology (NIST), des Joint Quantum Institute (einer Partnerschaft zwischen NIST und der University of Maryland) sowie des Quantennetzwerk-Startups Qunnect haben verschränkte Photonenpaare über 62 Kilometer kommerzieller, an Masten aufgehängter Glasfaser zwischen dem NIST-Campus in Gaithersburg und der University of Maryland übertragen. Damit zeigen sie, dass fragile Quantenverschränkung Temperaturschwankungen, Wind und die physische Belastung realer oberirdischer Infrastruktur übersteht – statt einer abgeschirmten unterirdischen Leitung oder eines Laborversuchs. Mit Qunnect-Hardware zur Echtzeit-Stabilisierung der Photonenpolarisation übertrug das Team 1.500 verschränkte Photonen pro Sekunde und hielt die Photonen über einen Zeitraum von 24 Stunden zu 92,8 Prozent der Zeit verschränkt. Ein Distanzrekord ist das nicht – eine europäische Gruppe übertraf diesen Wert bereits 2022 –, doch die Forschenden bezeichnen es als echten Stresstest, der zeigt, dass Quantennetzwerk-Protokolle auch auf der störanfälligen oberirdischen Glasfaser funktionieren, aus der ein Großteil der heutigen Telekommunikationsinfrastruktur besteht.
Quelle: NIST
DARPA vergibt 28-Millionen-Dollar-Auftrag an IonQ für Atomuhren der nächsten Generation
Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) hat IonQ im Rahmen des Programms „It’s About Time“ eine Vertragserweiterung über 28 Millionen US-Dollar zugesprochen, mit einer Option auf weitere 30 Millionen Dollar, um die Serienfertigung von IonQs optischen Atomuhren Evergreen-05 hochzufahren. IonQ plant, 125 der kompakten, schuhkartongroßen Uhren an US-Regierungskunden zu liefern, und investiert selbst 15 Millionen Dollar in eigene Fertigungsflächen, Produktionsanlagen und Testkapazitäten. Evergreen-05 erreicht laut Spezifikation eine Zeitstabilität von 50 Femtosekunden pro Sekunde und eine projizierte Abweichung von unter einer Sekunde über 30 Millionen Jahre; DARPA zielt auf missionskritische, GPS-unabhängige Anwendungen wie Radar, gesicherte Kommunikation und präzise Positionsbestimmung.
Quelle: Businesswire (IonQ-Pressemitteilung)
AWS und JPMorganChase veröffentlichen neues Toolkit für Quantenoptimierung auf heutiger Hardware
Amazon Web Services (AWS) und Forschende von JPMorganChase haben drei Fachartikel veröffentlicht, die ein Toolkit für großskalige Optimierungsprobleme – etwa Portfolio-Konstruktion – auf heutiger neutralatomiger Quantenhardware beschreiben. Die Zerlegungs-Pipeline des Teams verkleinert reale Portfolio-Optimierungsprobleme um rund 80 Prozent, sodass sie auf heutige Quantengeräte passen, während ein separates Kompilierungs-Toolkit die für die Kodierung eines Zitationsgraphen mit 2.700 Knoten benötigten Qubits von geschätzt 29 Millionen auf nur wenige Dutzend reduzierte. In Kombination zu einem Hybridalgorithmus namens qReduMIS erreichte das Team eine durchschnittliche Erfolgsquote von rund 89 Prozent bei schwierigen Probleminstanzen mit 231 Qubits auf dem Aquila-Gerät von QuEra Computing, das über AWS‘ Amazon Braket verfügbar ist.
Quelle: AWS Quantum Technologies Blog
Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.
