Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

IBM und Lockheed Martin starten Schweizer Quanten-Hub an der ETH Zürich
IBM und Lockheed Martin haben im Rahmen einer Offset-Vereinbarung mit armasuisse (dem Bundesamt für Rüstung, der Schweizer Beschaffungsbehörde für Verteidigungsgüter) einen Hub für Quanteninnovation an der ETH Zürich eingerichtet, einer der führenden öffentlichen Forschungsuniversitäten der Schweiz. Der Hub wird den ersten IBM Quantum System Two des Landes am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano beherbergen, angetrieben vom IBM-Prozessor „Quantum Nighthawk“; die Inbetriebnahme wird bis Ende 2026 erwartet. Die ETH Zürich verschafft Schweizer Industrie, Start-ups und Wissenschaft Zugang zu dem System sowie zu Bildungs- und Weiterbildungsprogrammen, während IBM und Lockheed Martin zusätzlich gemeinsame Forschung zu Quantensensorik für Navigation und zur additiven Fertigung (3D-Druck) von Metalllegierungen planen.
Quelle: PR Newswire
Photonic schlägt 500-Millionen-Dollar-Halbleiterfabrik für Kanadas Quantenindustrie vor
Photonic Inc., ein Quantencomputing-Unternehmen mit Sitz in Vancouver, hat Project VANGUARD vorgestellt – einen Vorschlag für eine gemeinschaftlich genutzte Halbleiter-Fertigungsanlage im Wert von CA$500 Millionen (rund US$359 Millionen) mit Sitz in Vancouver. Die Mehrmieter-Anlage („Multi-Tenant Facility“) soll Unternehmen aus Quantencomputing, KI, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, hochentwickelter Sensorik und Halbleiterpackaging dienen und eine Lücke schließen, die viele kanadische Unternehmen bislang zwingt, ihre Fertigung ins Ausland zu verlagern. Der Vorschlag wurde in den Canada Investment Summit Prospectus aufgenommen, der institutionellen Investoren und verbündeten Regierungen bei einem von Premierminister Mark Carney gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board und dem Public Sector Pension Investment Board ausgerichteten Gipfeltreffen am 14. und 15. September in Toronto vorgestellt wurde.
Quelle: GlobeNewswire
Qedma und HQC2 erzielen deutliche Genauigkeitsgewinne in der Quantenchemie
Qedma Quantum Computing, ein israelisches Softwareunternehmen für Fehlerminderung (Error Mitigation) in Quantencomputern, hat zusammen mit dem HQC2-Team der Universität Kopenhagen (KU), der Technischen Universität Dänemark (DTU) und der Süddänischen Universität (SDU) Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die die Potentialenergiefläche eines Wassermoleküls auf einem IBM-Quantenprozessor mit Qedmas Fehlerminderungssoftware QESEM berechnet. Der Ansatz erzielte eine 30- bis 50-fache Genauigkeitsverbesserung gegenüber den unbereinigten Rohdaten und zeigt, wie Error Mitigation die Lücke zwischen der heutigen, fehlerbehafteten Quantenhardware und der für echte quantenchemische Anwendungen nötigen Präzision schließen kann. Die im Rahmen des Q-CHEMION-Projekts durchgeführte und über den offenen Eureka-Aufruf für angewandte Quantentechnologien finanzierte Arbeit wurde am 9. und 10. September auf der Q2B Copenhagen vorgestellt.
Quelle: PR Newswire
Infleqtion senkt Fehlerkorrektur-Overhead mit NVIDIA CUDA-Q Logical
Infleqtion, ein Quantencomputing-Unternehmen aus Colorado mit Neutralatom-Technologie, hat Ergebnisse aus der Integration seiner Open-Source-Bibliothek qLDPC mit NVIDIAs neu eingeführter Orchestrierungsschicht CUDA-Q Logical veröffentlicht. Mit einer Early-Access-Version der Plattform konstruierten und validierten Infleqtion-Forschende einen High-Rate-Fehlerkorrekturcode, der nur rund sechs physische Daten-Qubits pro logischem Qubit benötigt – etwa fünfmal weniger als ein vergleichbarer Surface-Code-Ansatz. Der hohe Overhead an physischen Qubits gilt als eines der zentralen Hindernisse auf dem Weg zu kommerziell nutzbaren Quantencomputern; laut Infleqtion baut die Arbeit auf früherer qLDPC-Forschung mit JPMorgan Chase auf und zielt auf rekonfigurierbare Neutralatom-Hardware-Architekturen ab.
Quelle: Business Wire
Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

