Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

Israel startet Regierungsausschreibung für einen souveränen nationalen Quantencomputer
Israels National AI Directorate (nationale KI-Direktion), angesiedelt im Prime Minister’s Office (Ministerpräsidentenamt), hat eine Regierungsausschreibung für das sogenannte Project Nexus veröffentlicht: eine landeseigene Quantencomputing-Plattform, die auf israelischem Boden entwickelt und gefertigt werden soll. Die Initiative ist Teil der Regierungsentscheidung (Government Decision) 4255, einer rund 5 Milliarden Schekel (etwa 1,66 Mrd. US-Dollar) schweren nationalen KI-Strategie, die gemeinsam vom Ministerpräsidentenamt und dem Finanzministerium (Accountant General) verantwortet wird. Offizielle sprechen dabei von einer angestrebten „technologischen Souveränität“ bei KI und Quantentechnologie statt einer Abhängigkeit von ausländischen Systemen. Private Unternehmen und akademische Einrichtungen werden nun um den Auftrag konkurrieren; ein Gewinner oder ein eigenes Budget für dieses konkrete Projekt stehen noch nicht fest.
Quelle: The Times of Israel
Rigetti meldet 185 Prozent Umsatzwachstum und 100-Millionen-Dollar-Absichtserklärung im Rahmen des CHIPS Act
Rigetti Computing meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 5,1 Millionen US-Dollar – ein Plus von 185 Prozent im Jahresvergleich, getragen von Verkäufen seiner On-Premises-Quantenprozessoren der Novera-Reihe. Gleichzeitig weitete sich der operative Verlust auf 28,1 Millionen US-Dollar aus, bedingt durch höhere F&E-Ausgaben. Das Unternehmen legte zudem eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit dem US-Handelsministerium über bis zu 100 Millionen US-Dollar im Rahmen des CHIPS Act (Creating Helpful Incentives to Produce Semiconductors Act) offen, mit der die heimische Fertigung seiner supraleitenden Prozessoren über die kommenden drei Jahre unterstützt werden soll.
Quelle: Rigetti Computing
QuiX Quantum bringt Alquor 2.0 auf den Markt, einen Rack-fähigen photonischen Prozessor
QuiX Quantum hat mit dem kommerziellen Versand von Alquor 2.0 begonnen, der zweiten Generation seines Rack-montierbaren photonischen Quantenprozessors, erhältlich in Konfigurationen mit 8, 20 und 32 Moden. Die Plattform basiert auf den Silizium-Nitrid-Photonikchips des Unternehmens und einer neuen Steuerelektronik namens Photonic Assembly Control Unit. Sie richtet sich an Forschungsgruppen, die Boson-Sampling-, Quantenkommunikations- und linear-optische Quantencomputing-Experimente durchführen und von manuell justierten optischen Tischen auf eine programmierbare, thermisch stabile Einheit umsteigen wollen, die einmal kalibriert und danach wiederverwendet werden kann. QuiX Quantum gibt an, bereits mehr als 20 Systeme ausgeliefert zu haben – Alquor zählt damit zu den etabliertesten kommerziellen photonischen Prozessorplattformen der Branche.
Quelle: QuiX Quantum
UCLA-geführtes Konsortium erhält 4-Millionen-Dollar-NSF-Förderung für eine Maschine mit 60 logischen Qubits
Ein von der UCLA geführtes Konsortium unter Leitung von Physikprofessor Eric Hudson hat einen Förderzuschuss von 4 Millionen US-Dollar aus dem National-Quantum-Virtual-Laboratory-Programm der National Science Foundation (NSF) für das Projekt FTL: Accelerating Fault-Tolerant Quantum Logic erhalten. Ziel ist der Entwurf eines Ionenfallen-Quantencomputers (trapped-ion) mit 60 fehlerkorrigierten logischen Qubits. Am Team beteiligt sind die UC Berkeley, die UC San Diego, die Cornell University, die University of Maryland sowie Quantinuum. Die Architektur setzt auf ein Quantum-Charge-Coupled-Device (QCCD), bei dem gefangene Ionen physisch zwischen Verarbeitungszonen verschoben werden, um Umgebungsstörungen zu unterdrücken. Das Konsortium versteht das Projekt als Blaupause für eine fehlertolerante Maschine, die digitale Simulationen jenseits der Möglichkeiten klassischer Supercomputer ermöglichen soll.
Quelle: UCLA
Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

