Quantum-Tech-Digest: IBMs Nighthawk r2 liefert 25-fach schnellere Schaltkreise, USA eröffnen ersten drahtlosen Quantennetzwerk-Link

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

IBMs Nighthawk r2 verkürzt Schaltkreislaufzeiten mit neuem Qubit-Reset-Trick

IBM hat mit Nighthawk r2 eine überarbeitete Version seines supraleitenden 120-Qubit-Prozessors veröffentlicht, der rund 100.000 Quantenschaltkreise pro Sekunde ausführen kann – ein 25-facher Sprung gegenüber dem Vorgängerchip Heron, der bei etwa 4.000 Schaltkreisen pro Sekunde an seine Grenzen stößt. Der Geschwindigkeitsgewinn beruht auf einem neuen aktiven Qubit-Reset-Mechanismus (Active Qubit Reset): Wird ein dedizierter Reset-Koppler aktiviert, sinkt die effektive Relaxationszeit (T1) eines Qubits von rund 200 Mikrosekunden auf etwa 25 Nanosekunden, wodurch sich die Leerlaufzeit zwischen Schaltkreisdurchläufen auf nur noch eine Mikrosekunde verkürzt – ohne benachbarte Qubits zu stören. Der Chip kombiniert seine 120 programmierbaren Qubits mit 218 dedizierten Kopplern und 120 unabhängigen Reset-Elementen; erste Tests an Advantage-Kandidaten-Schaltkreisen zeigen bereits bis zu 10-fach schnellere Laufzeiten ohne Genauigkeitsverlust. Nighthawk r2 ist ab sofort auf der IBM Quantum Platform verfügbar.

Quelle: IBM Quantum

USA eröffnen ersten dauerhaften „drahtlosen“ Quantennetzwerk-Link

Forscher des Brookhaven National Laboratory (BNL), eines Nationallabors des US-Energieministeriums (DOE, Department of Energy), und der Stony Brook University, Teil des Universitätsverbunds State University of New York (SUNY), haben nach eigenen Angaben den ersten dauerhaften optischen Freiraum-Quantenlink (Free-Space Optical Link) der USA in Betrieb genommen. Die beiden Stationen – „Quantum Watchtower“ in Stony Brook und „Quantum Lighthouse“ in Brookhaven – übertrugen bei einer Demonstration am helllichten Tag einzelne Photonen und verschränkte Photonenpaare über 13 Meilen (21 km) freie Luftstrecke, ganz ohne die Glasfaserkabel, auf die Quantennetzwerke normalerweise angewiesen sind. Der Link ist direkt in das bestehende, 161 Meilen lange Glasfaser-Quantennetzwerk mit acht Knoten auf Long Island eingebunden; als Nächstes plant das Team eine 30-Meilen-Erweiterung zur Yale University sowie künftige Satellitenverbindungen, die langfristig drahtlose Quantenkommunikation über große Entfernungen ermöglichen sollen.

Quelle: Brookhaven National Laboratory

Finnisches Start-up S-Transistors sammelt 2,6 Mio. Euro für ein „Mainboard“ für Quantencomputer

S-Transistors, eine Ausgründung (Spin-off) des VTT Technical Research Centre of Finland (VTT), hat eine Pre-Seed-Runde über 2,6 Millionen Euro (rund 3 Millionen US-Dollar) unter Führung von Lifeline Ventures abgeschlossen, um eine supraleitende Transistor-Plattform zur Steuerung von Quantencomputern im großen Maßstab zu vermarkten. Das erste Produkt des Unternehmens ist ein wafer-skalierter, auf supraleitenden Transistoren basierender kryogener Multiplexer, der sich direkt an bestehende Verdünnungskühlschränke (Dilution Refrigerators) anschließen lässt und mehrere Qubit-Steuersignale intern bündelt – wodurch sich die Anzahl der Kabel reduziert, die sonst in den Kühlschrank geführt werden müssten. S-Transistors versteht den Multiplexer als ersten Baustein auf dem Weg zu einem vollständigen Millikelvin-Steuerungs-„Mainboard“ – einer integrierten klassischen Verarbeitungsebene, die direkt im Kryostat neben dem Quantenprozessor sitzen würde. Die Mittel fließen in eine Pilotfertigungslinie, ein eigenes Kryolabor, Produktprototypen und den Teamausbau.

Quelle: VTT

Torontos Meissner sammelt 2,6 Mio. Dollar, um mit KI bessere Supraleiter zu finden

Meissner, ein vor rund einem Jahr gegründetes Materialforschungs-Start-up aus Toronto, das CEO Olivia Leng während ihres Chemiestudiums an der University of Toronto startete, hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 2,6 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 3,6 Millionen kanadische Dollar) unter Führung des Thrive Venture Fund von BDC Capital erhalten, mit Beteiligung mehrerer kanadischer Tech-Unternehmer und Investoren. Mehrere der Geldgeber hatten zuvor bereits in das Toronto Quantencomputing-Unternehmen Xanadu investiert, dessen Gründer und CEO Christian Weedbrook selbst zu den Investoren dieser Runde zählt. Meissner baut nach eigenen Angaben eine „Discovery Engine“, die maschinelles Lernen, Computersimulationen und Laborversuche kombiniert, um neue supraleitende Materialien für Quantencomputing, Fusionsenergie und andere Zukunftsbranchen zu identifizieren; getestet werden sollen die aussichtsreichsten Kandidaten künftig in der Quantum-Nano Fabrication and Characterization Facility der University of Waterloo.

Quelle: BetaKit

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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