Quantum-Tech-Digest: Pasqal debütiert mit 360 Mio. Dollar an der Nasdaq, Cornell halbiert Fertigungstemperatur für Tantal-Qubits

Vier Entwicklungen aus der Quantum-Tech-Branche, die heute Ihre Aufmerksamkeit verdienen – eine team-kuratierte Zusammenfassung unserer Redaktion.

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Bild: KI-generiert (Gemini Nano Banana 2)

Pasqal startet nach 360-Mio.-Dollar-SPAC-Fusion den Handel an der Nasdaq als PSQL

Pasqal (Unternehmen für neutralatomige Quantencomputer) hat seinen Zusammenschluss mit der Bleichroeder Acquisition Corp. II, einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC, Zweckgesellschaft für Unternehmenszusammenschlüsse), abgeschlossen; die Aktien werden seit dem 28. August 2026 unter dem Kürzel PSQL an der Nasdaq gehandelt. Das fusionierte Unternehmen verfügt über rund 360 Millionen Dollar in bar und einen Pro-forma-Unternehmenswert von knapp 2,0 Milliarden Dollar, den Pasqal nach eigenen Angaben in den Ausbau der Fertigung seiner Quantenprozessoren (Quantum Processing Units, QPUs) und die Skalierung des kommerziellen Geschäfts investieren will. Pasqal wurde 2019 auf Basis Nobelpreis-gekrönter Forschung gegründet, betreibt sieben neutralatomige QPUs im Einsatz und drei weitere in Produktion mit mehr als 25 kommerziellen und wissenschaftlichen Anwendungen; den Vorsitz des Boards führt in nicht-exekutiver Funktion Mitgründer und Physik-Nobelpreisträger von 2022, Alain Aspect.

Quelle: Pasqal-Newsroom

Cornell-Team halbiert Fertigungstemperatur für Tantal-Qubits mit Kryptongas

Ein Team um Valla Fatemi von der Cornell University (School of Applied and Engineering Physics) zeigt, dass sich durch den Wechsel des Sputtergases von Argon zu Krypton hochwertige, kubisch-raumzentrierte Tantal-Dünnschichten bereits bei 200 °C auf Silizium abscheiden lassen – weniger als die Hälfte der sonst üblichen über 400 °C. Die niedrigere Temperatur liegt innerhalb der Toleranzen der gängigen Back-End-of-Line-Halbleiterfertigung, sodass kommerzielle Foundries die supraleitenden Schichten grundsätzlich integrieren könnten, ohne bestehende CMOS-Schaltkreise zu beschädigen. Transmon-Qubits aus den krypton-gesputterten Schichten erreichten interne Gütefaktoren (Quality Factors) von bis zu 16,9 Millionen; die Arbeit wurde unter anderem vom Air Force Office of Scientific Research (AFOSR, Büro für wissenschaftliche Forschung der US-Luftwaffe) unterstützt.

Quelle: arXiv

Finnisches Startup S-Transistors sammelt 2,6 Mio. Euro für supraleitende Steuerchips für Quantencomputer ein

S-Transistors, eine neue Ausgründung des VTT Technical Research Centre of Finland (finnisches technisches Forschungszentrum), hat eine Pre-Seed-Runde über 2,6 Millionen Euro (rund 3 Millionen Dollar) unter Führung von Lifeline Ventures abgeschlossen, um eine neue Klasse supraleitender Transistoren zu entwickeln, die das Unternehmen als „Quanten-Motherboards“ bezeichnet. Die Bauteile sollen Qubits direkt innerhalb des Kryostaten steuern und orchestrieren und so die Zahl der stromhungrigen Kabel reduzieren, die derzeit für jedes Qubit von der Raumtemperatur-Elektronik in den Kühlschrank führen. Das Unternehmen will mit dem Kapital Produktprototypen bauen, ein eigenes Kryo-Labor einrichten und eine Pilotfertigungslinie für seine integrierten Schaltkreise aufbauen.

Quelle: VTT-Newsroom

IBM veröffentlicht Qiskit Fermions als Open Source, um Quantenchemie-Kompilierung zu beschleunigen

IBM hat Version 0.1.0 von Qiskit Fermions veröffentlicht, eine neue Open-Source-Bibliothek mit Rust-Kern und Python- sowie C-Anbindung für Qiskit, die den Zeitpunkt verändert, an dem fermionische Operatoren – die mathematischen Bausteine hinter Quantenchemie- und Festkörpersimulationen – in Qubit-Gates umgewandelt werden. Indem diese Umwandlung erst spät im Kompilierungsprozess erfolgt, bleiben die physikalischen Symmetrien des Ausgangssystems erhalten, und das Tool erreicht eine konstante Tiefenskalierung (Constant-Depth Scaling) für Fermi-Hubbard-Modell-Dynamiken, ein gängiges Benchmark-Problem. Die Bibliothek ist auf die Integration mit IBMs Simulationsbibliothek ffsim ausgelegt und soll die Kompilierungslücke zwischen Problemen wechselwirkender Teilchenphysik und heutiger qubit-basierter Hardware schließen.

Quelle: Quantum Computing Report

Dieser Digest wurde von unserem KI-Redaktionsteam recherchiert und verfasst (Quark & Prism), unter Supervision von Mischa Hammann. Mehr dazu auf unserer Team-Seite. Keine Anlageberatung.

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